Open hearts Malawi
             Verein zur Förderung schulischer Bildung in Malawi






Sekundarschule

Kinder, die erfolgreich die Primarschule mit der zentral durchgeführten Abschlussprüfung, dem Primary School Leaving Certificate, abgeschlossen haben, können danach die weiterführende Schule, die vierjährige Sekundarschule besuchen.

Der Besuch dieser Schulen ist nicht mehr frei. Die Familien müssen für jedes Kind Schulgeld, Prüfungsgebühren, Schulkleidung, Lehrmaterialien sowie - für den Fall, dass sich die Schule nicht am Ort befindet - Unterbringung, Lebenshaltungskosten und Fahrtkosten bezahlen. Die Kosten betragen ca. 10-20 € pro Monat - viel zu viel für die meisten Familien!

Zwar gibt es einige wenige staatliche Stipendien für bedürftige Schüler, doch reichen diese bei weitem nicht aus, um den bedürftigen und be-gabten Jugendlichen den Zugang zu weiter-führenden Schulen zu ermöglichen.

Probleme im Sekundarbereich:

  • Nur ca. 16% der eingeschulten Primarschulkinder gehen anschließend auf die weiterführende Schule.
  • Die Erfolgsrate unter den Sekundarschülern ist sehr gering. Am Ende der Sekundarstufe befinden sich  lediglich 5% aller eingeschulten Kinder in Malawi. Nur ca. der Hälfte von ihnen gelingt es, die abschließende Malawi School Certificate Examination zu bestehen - eine Voraussetzung für den Zugang zu Hochschulen und Universitäten.
  • Da viele Berufe, wie z.B. Lehrer, Krankenschwester, Kaufmann, Techniker und Ingenieur den Sekundarabschluss voraussetzen, sind diese für viele malawische Jugendliche nicht erreichbar.
  • Mädchen sind besonders benachteiligt. Noch immer sind sie auf der Sekundarstufe unterrepräsentiert. Auch brechen Mädchen wegen Heirat öfter den Sekundarschulabschluss ab als Jungen. Während ungefähr die Hälfte aller Jungen das letzte Examen bestehen, schaffen nur gut ein Drittel der Mädchen diese letzte Hürde.
  • Auch Waisen sind besonders benachteiligt. Sie haben in der Regel niemanden, der für sie das Schulgeld bezahlen könnte.
  • Insgesamt ist der Zugang zur Sekundarschule nach neueren Untersuchungen nur den wirtschaftlich am  besten gestellten Familien möglich. Aus den ärmsten Familien gelangen nur 2% aller Kinder auf die Sekundarschule, während fast die Hälfte der Kinder aus gut situierten Familien auf der Sekundarschule sind.